Do · 19. September 2024 · 19.00 Uhr

Vortrag „Geschlechtergeschichte Siegens im 20. Jahrhundert“

Vortragsreihe „Schlaglichter zur Siegener Stadtgeschichte“

Der Vortrag geht der Frage nach, ob und in welcher Weise sich die ‚großen‘ – politischen, kulturellen und wirtschaftlichen – Umbrüche im 20. Jahrhundert in der Geschichte Deutschlands auf die Rollenvorstellungen und Geschlechterverhältnisse der Siegener Bevölkerung ausgewirkt haben. Welche Bedeutung kam z.B. dem Ersten Weltkrieg für die Siegener Stadtgesellschaft zu? Kam es zu einer vermehrten Sozialarbeit unter Leitung von neu entstehenden Frauenvereinen; weitete sich die Frauen-erwerbstätigkeit auf neue Branchen aus; wie veränderte sich das Verhältnis zwischen Frauen und Männern während des Krieges? Wir verhielten sich die (Ehe-)Männer in Siegen gegenüber den politischen Partizipationsansprüchen von Frauen nach der Wahlrechtsreform in der Weimarer Republik und gab es die ‚Neue Frau‘ in den 1920er Jahren auch in Siegen? Gab es Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Verhalten gegenüber dem nationalsozialistischen Unrechtsstaat? Und was passierte nach 1945, als zunächst ein Männermangel die ersten Nachkriegsjahre bestimmte? Auf welche Weise war in Siegen der Arbeitsmarkt geschlechtsspezifisch segregiert und ab wann und durch wen wurde der Ruf nach Gleichberechtigung, Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit auch in Siegen deutlich?

Referentin: Dr. Julia Paulus (Münster)
Ort: Ratssaal (Rathaus Siegen)
Veranstalter: Stadtarchiv der Stadt Siegen
Einlass: ab 18.30 Uhr